Genauso vielschichtig und ereignisreich die thailändische Geschichte ist, so vielfältig und liebenswert sind auch die Einwohner dieses südostasiatischen Königreiches. Es wird in den thailändischen Regionen ein überaus großer Wert auf die Einhaltung jahrhundertealter Traditionen gelegt, was sich u. a. auch an den vielen thailändischen Feiertagen bemerkbar macht. Nicht jede Festivität wird jedoch immer gleich landesweit gefeiert, sondern viele von ihnen werden oftmals auch gebietsabhängig begangen. Buddhistische Feste, Kerzenfeste, verschiedenste Bootsprozessionen, bunte Blumenparaden und noch vieles mehr gibt es hier zu bestaunen. Diesbezüglich sind übrigens auf Wunsch bei den Tourismusbehörden Thailands die jeweiligen Feiertagskalender sozusagen als „Orientierungshilfe“ für Touristen aus Deutschland und Interessierte erhältlich. Wenn man in Thailand seinen Urlaub verbringt, möchte man natürlich nicht nur hinsichtlich der aufregenden Kultur des Landes seinen Horizont erweitern, sondern es liegt nahe, auch ein wenig mehr über die heutigen Sitten und Gebräuche der Einheimischen zu erfahren. Auffällig ist in dieser Hinsicht die Ruhe und Gelassenheit, die sie ausstrahlen. Hektik und Aufregung scheint ihnen vollkommen fremd zu sein, jedoch gibt es einige Dinge, die sie bei „uns“ Touristen keinesfalls gern sehen. Aus religiösen Gründen ist es beispielsweise unerwünscht, Kindern über den Kopf zu streichen, wie es hierzulande gang und gäbe ist. Was darüber hinaus nur wenigen Touristen bekannt ist, ist die Tatsache, dass es gewissermaßen als Beleidigung betrachtet wird, wenn man mit dem Finger auf Menschen und Gegenstände weist.
Das Thema „Kritik üben“ ist bei Thailändern gleichermaßen unbeliebt, denn in deren Augen haben lediglich Kinder das Recht - schlicht und einfach aufgrund ihrer Unerfahrenheit - durch Schimpfen und Rufen ihrem Unmut Luft zu machen. Eine weitere „Unart“ vieler Touristen ist auch, dass sie beim Betreten eines Restaurants oder anderer Räumlichkeiten stets versuchen wollen, den in Thailand üblichen Gruß anzuwenden (sprich: das Zusammenlegen der Hände vor dem Brustkorb in Verbindung mit einer leichten Verbeugung). Dieses ist aus Sicht der Thailänder nur bedingt erforderlich, vielmehr wird diese von Touristen wohlgemeinte Geste als eine „alberne Eigenschaft“ betrachtet. Dennoch ist es andererseits ein „ungeschriebenes Gesetz“, dass Mönche stets auf diese Weise begrüßt werden wollen! Mönche heißen es übrigens keineswegs gut, wenn Touristen ihre Tempel mit Schuhen betreten - die heiligen Räume dürfen ausschließlich barfuss begangen werden!